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Ein großer Hangar mit einer gewölbten Decke und einem riesigen Ballon im Innenraum. Ein Autokran steht im Fordergrund und zieht den Ballon durch das geöffnete Tor.
Der 61-Meter-Ballon CL75 mit Laderahmen wird ausgehallt

Die CargoLifter AG

1996 - 2002
Ein kurzer Abriss zur Geschichte

CargoLifter – der Traum von einem riesigen Luftschiff? Ursprünglich nicht. Der Grund, warum der CargoLifter entwickelt werden sollte: Die Maschinen- und Anlagenbauer nicht nur in Deutschland haben seit Jahren das Problem des Transports großer Anlagen aus dem Herstellerwerk an den Platz, an dem die Anlage schließlich in Betrieb gehen soll. Planung und Durchführung eines solchen Transports verschlingen nicht selten Millionen, die Durchschnittsgeschwindigkeit der Transporte beträgt ca. 8 km/h. Wie schön wäre es, die Anlagenteile am Werk aus der Luft aufheben und sie am Ort der Montage absetzen zu können. Dazu ist kein Flugzeug in der Lage, Hubschraubern fehlt die nötige Tragkraft (der größte srienmäßige Hubschrauber kann ca. 20 t heben) und den vorhandenen Fluggeräten fehlt die nötige Ausdauer, denn der Auftrieb muss energieaufwendig dynamisch erzeugt werden. So kamen die ersten Überlegungen auf, ein Luftschiff zu verwenden. Das Luftschiff hat einen statischen Auftrieb, der durch sein Traggas (leichter als Luft) erzeugt und gehalten wird – ohne weitere Energiezufuhr.

Der weiße Wal der Lüfte (2002)

Dieser Film erschien im Jahr 2002, kurz nach der Insolvenz der CargoLifter AG. Er bietet einen guten Überblick über die Erfolge und Probleme. Experten kommen zu Wort und es fügt sich ein realistisches Bild.

Ein Film von Dirk Pohlmann
Kamera: Ulrich Leufen u.a., Sprecher: Dirk Pohlmann

Wir bitten, die mitlaufenden Zeitangaben und die verminderte Qualität zu entschuldigen. Leider liegt uns das Original nicht vor, lediglich diese Vorlage für den Filmschnitt.

Weitere Filme finden Sie in unserem Youtube-Kanal.

Für Originalmaterialien und Senderechte wenden Sie sich bitte an die Initiative Leichter als Luft! Dort steht das Medienarchiv der CargoLifter AG zur Verfügung.

Der CargoLifter CL160

Der CL-160 sollte das Hauptprodukt der CargoLifter AG und das erste Großluftschiff seit rund 60 Jahren, gleichzeitig das weltweit größte Luftschiff werden. Der CL-160 war als halbstarres Kiel-Luftschiff geplant, in dessen Kiel ein leistungsfähiger Schwerlastkran integriert sein sollte. Als Traggas sollte Helium dienen. Dank seiner einzigartigen Konstruktion hätte der CargoLifter Be- und Entladeprozesse ohne Landung durchführen können. Während das Luftschiff in ca. 100 Metern Höhe schwebt, sollte das Transportgut über Seilwinden und am Boden verankerte Haltepunkte herabgelassen oder heraufgezogen werden. Damit Gesamtgewicht und Flugeigenschaften des Luftschiffs unverändert bleiben, sollte die Fracht gegen Ballast-Wasser ausgetauscht werden. Dieses Lastaustauschverfahren wurde bereits erfolgreich am Lastballon CL75 mit getestet, unter anderem mit einem 55 Tonnen schweren Minenräumpanzer. Im Folgenden ein Ausschnitt in Bildern und Videos.

Das gesamte Medienarchiv der CargoLifter AG finden Sie bei der Initiative Leichter als Luft e.V. Dort können Sie auch Print-, Web- und Senderechte erwerben.

  • Auszug aus der CargoLifter-StoryDas Kapitel 5 der CargoLifter-Story (Vorabdruck) – „Weglassen statt hinzufügen“, ein Überblick und kritischer Rückblick über die Entwicklung des CL-1609 MB

Die Insolvenz

CargoLifter gilt landläufig als eines dieser großen Pleiteprojekte im Land Brandenburg, neben dem Lausitzring und der Chipfabrik. Es ist allerdings absolut falsch so zu tun, als ob CargoLifter nur an den Fehlern des Managements gescheitert sei. Ein Projekt dieser Größenordnung, das in dieser Form noch nie vorher umgesetzt wurde, birgt aus der Natur der Sache heraus das Risiko in sich, dass auch bei sorgfältiger Planung nicht alles so läuft wie gedacht und die Ingenieure das eine oder andere Problem zunächst unterschätzt haben. Nur – die Alternative ist, aus Angst vor einem Fehler nichts zu tun. Und wenn denn wirklich das Management angeblich alles so falsch gemacht hätte, warum werden dann die gesamte Belegschaft und auch die Aktionäre gleich mit in Sippenhaft genommen? CargoLifter war und ist nicht nur eine gute Idee oder Vision, sondern etwas, das es umzusetzen gilt. CargoLifter ist aber mittlerweile auch ein Lehrstück, wie man ein vielversprechendes Technologieprojekt eigenen Interessen opfert. Das besonders Pikante im Fall CargoLifter ist, dass dies just die Person tat, die eigentlich für den Erfolg einer so weitreichenden Innovation seitens der Politik als Minister zuständig war und zwar zum Wohle seines Landes - und nicht für seine eigenen Interessen.

Eine unvoreingenommene Diskussion des Themas CargoLifter wird dadurch erleichtert, dass nach eineinhalbjähriger gründlicher Ermittlung die Staatsanwaltschaft Potsdam die Ermittlungsverfahren gegen die ehemaligen Vorstandsmitglieder der CargoLifter AG und das Management der Konzerngesellschaften wegen Insolvenzverschleppung, Kapitalanlagebetrugs und Untreue eingestellt hat – und zwar komplett. Damit dürfte den vielen in Umlauf befindlichen, teilweise gezielt in die Welt gesetzten Gerüchten die Grundlage entzogen sein.

Es ist auch notwendig, dass in der öffentlichen Meinung der wahre Sachverhalt zu Tage kommt und CargoLifter nicht länger als „Desaster“, sondern als leider vertane Chance gesehen wird. Wichtig ist es, damit auch die Weichen in eine positive Richtung zu stellen und einen Neuanfang zu starten. Fakten muss man akzeptieren, nicht aber Geschichtsverfälschungen! Natürlich hat auch das Management von CargoLifter Fehler gemacht, aber diese Leute haben zusammen mit 500 Mitarbeitern und hunderten von externen Partnern, getragen von der finanziellen Unterstützung der 70.000 Aktionäre, wenigstens überhaupt etwas unternommen. Nur wer nichts tut, begeht (angeblich) keine Fehler – aber aus Fehlern kann man lernen und man weiß nach der Analyse sicherlich in vielen Punkten, was man heute anders machen würde.

Die abenteuerliche Geschichte des Insolvenzverfahrens können Sie hier auf der Seite der Initiative Leichter als Luft e.V. nachlesen.