Die Idee von Olafur Eliasson war es, einen künstlichen Stern im Rahmen der diesjährigen Nobel-Woche in den Himmel über Stockholm zu hängen. Dies sollte mit einem gefesselten Ballon versucht werden. Andere Technologien schieden von vornherein aus – zu laut, zu kurzatmig, zu hoher Energiebedarf. Überdies sollte der Stern ursprünglich in 300 m Höhe hängen und damit der Ballon nochmals etwa 50 m darüber schweben. Unsere Einschätzung zu Beginn: Ganz grundsätzlich kann das mit unserem Ballonkran funktionieren, doch haben wir Platz für die Abspannungen, erhalten wir die Genehmigungen, was sagen die anliegenden Flugplätze, die Grundstückseigentümer und, da wir über Wasser sein würden, der Hafenmeister? Welche Auflagen machen die Behörden und nicht zuletzt, welches Wetter ist in der ersten Dezemberhälfte in Stockholm zu erwarten?
Wir erarbeiteten also zunächst eine Machbarkeitsstudie, die zum Ergebnis hatte, dass es unter Auflagen und Bedingungen nicht nur machbar ist, sondern auch gemacht werden darf. Bedingungen: Aufstieg nur bis 210 m, um den Betrieb des internationalen Großflughafens Arlanda nicht zu stören, Aufstieg nur in den Schließzeiten des Stadtflughafens Bromma zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens. Dazu gab es noch eine Reihe Auflagen zur Antikollisionsbeleuchtung, zum Funkverkehr, von der Hafenmeisterei, den Grundstückseignern und natürlich wollten Militär, Polizei und andere informiert sein. Die Wetterstatistik versprach, dass es zwar nie ganz ruhig sein würde, aber es sollte doch so sein, dass ein Aufstieg an den meisten Tagen möglich wäre.
Danach war die Entscheidung schnell getroffen. Musste sie auch, denn es mussten noch einige Beschaffungen erfolgen: extra lange Abspannseile, eine schwarze Second Skin, die speziellen Antikollisionslampen. Und ein Realtest war nötig. Der fand an unserem Standort im Allgäu statt. Die dabei entstandenen wunderschönen Bilder zeigen eindrucksvoll, dass das künstlerische Konzept ebenso wie die technische Umsetzung funktionieren würde.
Die letzten bestellten Ausrüstungsgegenstände trafen erst kurz vor Abfahrt ein. Dann konnte es losgehen. Nach zwei Tagen Fahrt kamen unsere beiden Fahrzeuge in Stockholm an, wo der Ponton und das Helium schon auf sie warteten. Wir konnten alles umladen und vorbereiten und waren nun gezwungen zu warten. Denn pünktlich zum geplanten Aufbau zog ein mächtiges nordatlantisches Tief heran, welches so in den Wetterstatistiken der vergangenen Jahre kein Vorbild hatte, und das in der Folge auch zigtausend schwedischen Haushalten einen gewaltigen Stromausfall bescherte. Es folgte am Montag ein kleines Hoch zwischen dem abziehenden und einem weiteren kräftigen Tief auf dem Atlantik. Zeit genug für den Aufbau und eine Nacht mit wunderschönen Eindrücken vom schwebenden Stern „Your Star“. Dann aber zwang das zweite Sturmtief wieder zum Abwarten, bis es am folgenden Freitag endlich abflaute und die Stockholmer und ihre Gäste drei Nächte in Folge den Stern am Himmel bewundern konnten. Am Montagmorgen ab 5 Uhr begann der Abbau bei -6°C und nach leichtem Schneefall.
Ein wirklich herausragendes Projekt, das – wie könnte es auch anders sein – seine Tücken und Schwierigkeiten hatte. Letztlich haben wir es mit unserer Ballonkrantechnik und unserer erfahrenen Mannschaft umgesetzt. Wir freuen uns auf weitere so spannende Projekte!
Hier nun die Bilder, nachdem die vielen Fotos etwas sortiert sind.















































































